Oslove!
Obwohl mittlerweile schon einige Zeit her, so hat der kaltblütige Massenmord des Rechtsradikalen Anders Behring Breivik weltweit emotionale Spuren hinterlassen. Die Reaktion der norwegischen Bevökerung ist dabei genau so bewundernswert wie richtig. Sie lassen sich davon nicht einschüchtern sondern stellen sich dem, was vom Attentäter beabsichtigt wurde, offen entgegen. Riesige Demonstrationen mit Blumenmeeren und freundlichen kleinen Plakaten mit der Aufschrift “Oslove” oder “Utøya” mit zwei kleinen, roten Herzen sagen dabei ganz deutlich: Norwegen lässt sich nicht einschüchtern, jetzt mehr denn je steht das Land für eine liberale und weltoffene Politik, für Bürgerrechte und Freiheit.
Ganz anders jedoch in Deutschland: hier finden sich tatsächlich Politiker, welche sich dafür einsetzen, dass der Massenmörder Breivik über die vielen Toten hinaus doch noch Erfolg hat und seine eigentlichen Ziele zumindest teilweise durchsetzen kann. Anders ist es nicht zu erklären, dass der CSU-Totalausfall Hans-Peter Uhl jetzt allen ernstes fordert, noch mehr Bürgerrechte abzuschaffen und die Vorratsdatenspeicherung (wieder) einzuführen. Da fragt sich der Wahlbürger erstaunt: Ist der Mann ein Sympathisant Breiviks und seiner Ziele oder ist er einfach nur so inkompetent, dass es ihm egal ist, mit wessen Hilfe er als Trittbrettfahrer seine ideologischen Ziele durchzusetzen versucht? Oder weiß der Mann einfach nicht mehr, was der Begriff “liberal” tatsächlich bedeutet, weil ihm hierzulande dabei nur die seltsame Splitterpartei FDP einfällt?
Die Norweger haben verstanden, wie auf die krude und kranke Ideologie der Ultrarechten zu reagieren ist, bei einigen Deutschen Politikern hingegen darf man sich ernsthaft fragen, was in ihnen wirklich vorgeht.
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