Es stinkt auf dieser Welt

Alles auf Anfang?

Posted in Gier und Geiz, Politik, Staatstragendes by wutanfall on Oktober 27, 2011

Nach einem schier endlosen Hickhack, nach permanenten Verzögerungen durch die deutsche Bundesregierung, die das gesamte Debakel damit nur immer weiter verteuert haben, ist es nun raus: Griechenland erhält einen Schuldenerlass in Höhe von 50%. Einfach mal angenommen, Merkels Verzögerungsversuche, welche sie eigentlich noch bis zur nächsten Wahl retten sollten, sind damit bezahlt: wird damit jetzt auch alles gut?

Leider ist zu befürchten, dass genau das nicht der Fall ist. Zu Beginn des Griechenland-Debakels hatte das Land eine Verschuldung in Höhe von etwa 100% des Bruttoinlandsproduktes (im kaufmännischen Sinne also schon “pleite”). Die darauf folgenden, teilweise völlig irrsinnigen Sparmaßnahmen, die den Griechen aufgezwungen wurden, damit sie weitere Kredite erhalten, haben allerdings den Schuldenberg nicht um einen einzigen Euro verkleinert. Sehr erfolgreich wurde hingegen die Wirtschafsleistung verkleinert, in dem mit Gehaltskürzungen, Steuererhöhungen und Kündigungen (wie immer natürlich nur bei den kleinen Leuten) der Binnenmarkt fast komplett erstickt wurde. In Folge dessen ist die griechische Staatsverschuldung Stand heute bei ca. 200% des Bruttoinlandsproduktes angekommen. Aber jetzt haben wir ja den Schuldenschnitt der … Moment … 50% von 200% sind … ja … genau, damit ist Europa direkt auf “Los” gegangen, allerdings ohne dort 4000 Euro zu bekommen. Statt dessen werden die Spekulanten mit einem Rettungsschirm gelockt, in dem noch mal eine Billion Euro steckt. Dass diese natürlich alles dafür tun werden, um an eine selbst für die völlig außer Kontrolle geratenen Finanzmärkte enorme Summe heran zu kommen, dürfte selbstverständlich sein. Weniger selbstverständlich ist, warum sich europäische Regierungen (und selbst deren Opposition) auf dieses Gaga-Spiel einlassen, statt endlich die richtigen Maßnahmen zu treffen: Unproduktive und sinnlose Spekulationen über eine Finanztransaktionsabgabe dermaßen teuer zu machen, dass sich keiner mehr darauf einlässt und die spielsüchtigne Banker vielleicht doch lieber wieder zum Daddelautomaten greifen.

Und was ist mit den gebeutelten Griechen? Wird es für sie mit dem Schuldenschnitt wenigstens leichter? Es ist zu befürchten, dass genau das nicht passiert: Gläubiger des griechischen Staates sind nicht nur irgend welche obskuren Zocker und geldgierige Banken, sondern leider auch griechische Pensions- unt Rentenfonds. Die Karten für die nächste Runde in diesem Spiel sind also schon gegeben, leider ist genau vorherzusagen, wie dieses läuft: Merkel und Sarkozy blockieren und verzögern, so lange es nur irgend wie geht, die richtigen Entscheidungen werden ausbleiben, die “Eurorettung” wird nur noch teurer bis alle Steuergelder verzockt sind und alle europäischen Staaten an ihren Schulden erstickt sind. Gute Nacht Europa!

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