Oktoberfest-Debakel
Nun, die diesjährige Wies’n ist auch wieder vorbei und alle sind glücklich: die Anwohner freuen sich, dass endlich Schluss mit dem Lärm ist, die Leute, die in der Nähe wohnen und früh zur Arbeit gehen freuen sich, dass sie wieder nur noch auf Hundehäufchen aufpassen müssen und die Neuseeländer freuen sich, dass der Kater endlich nachlässt.
Alles könnte so schön sein, wenn es da nicht auch noch ein paar echte Schattenseiten gäbe. Diese Wies’n hinterlässt leider auch unglückliche Menschen, echte Verlierer. Ihnen soll dieser Beitrag gewidmet sein, da sich sonst keiner dieser Misstände anzunehmen scheint.
Von wem ich rede? Von den Festwirten. Monatelang haben sie Ihre Zelte aufbauen (lassen), haben Unsummen investiert (und mussten das komplette erste Oktoberfestwochenende alleine für diese Unkosten arbeiten lassen!) um am Sonntag festzustellen: es hat nicht gereicht! Gut, es gab wieder Gewinne, aber nichts desto trotz täuschen diese Millionen (für jeden der Festwirte) nicht darüber hinweg, dass es dieses Jahr eben nicht wieder ein Rekord-Oktoberfest gab. Und noch viel schlimmer: noch bevor sie wussten, dass es ihnen dieses Jahr so schlecht gehen würde, haben sie sich noch zu Beginn des Oktoberfestes in nennenswerte Unkosten gestürzt: eine gemeinsame Spende aller Festwirte in Höhe von 30000 Euro für gemeinnützige Zwecke.
Oder fassen wir diesen Aufreger doch mal zusammen: SCHÄMEN würde ich mich, SCHÄMEN! Schämen und nicht etwa einen riesigen Scheck mit “30000 EUR” drucken lassen um den großkotzig in die Kameras zu halten, wenn ich nebehner auf 16 Tage ‘zig Millionen verdiene! Da Lobe ich mir doch Lieschen Müller von nebenan, die von ihren 1200 Euro im Monat auch noch 50 Euro spendet. DAS ist echter Einsatz, alles andere ist einfach nur peinlich.
PS: Ein wenig erinnert mich das an die letzte Jose-Carreras-Gala. Da lief unten dieses lustige Laufband mit den aktuell getätigten Spenden durch. Zwei besondere Highlights: Google (ja, der milliardenschwere Internetkonzern!) spendet eine “enorme” dreistellige Summe während Halloren-Kugeln (ein kleiner Süßwarenhersteller aus dem armen deutschen Osten) satte 25000 Euro für krebskranke Kinder springen lässt. ( v2wg78t46p )
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