So unnütz wie Kopenhagen
Nun ist also wieder die Zeit der Jahresrückblicke, in der man wieder erstaunt feststellen kann, dass irgend ein Ereignis – welches man zumeist auch schon wieder vergessen oder verdrängt hat – ja doch erst dieses Jahr war. Das dürfte zumindest für einen Rekord in diesem Jahr nicht der Fall sein, da der größte, bestorganiserteste und vor allem unnützeste CO2-Ausstoß erst vor kurzem statt gefunden hat: in Kopenhagen. Denn wenn hunderte Unterhändler, tausende Reporter und – zu recht – hunderttausende Demonstranten zusammen kommen um ein Ergebnis zu erzielen, welches sie von zu Hause ganz ohne miteinander zu reden auch erreicht hätten, dann ist so eine Veranstaltung schlicht die reine Verschwendung. In dem Fall eine Verschwendung von Zeit und CO2.
Aber sind wir doch mal ehrlich: hat irgend jemand ernsthaft mehr erwartet? Gut, es ist hirnrissig genug, da die Lage eigentlich glasklar ist: wenn wir nichts gegen die globale Erwärmung tun, dann wird es richtig dramatisch auf diesem Planeten. Aber das scheinen die Politiker dieser Welt nicht begriffen zu haben. Da wird entweder davon gefaselt, dass man selbst durch eine mögliche minimale CO2-Reduktion wirtschaftlich benachteiligt würde oder das andere ja viel mehr ausstoßen als man selbst (Argumente, die ich noch sehr gut aus meiner Kindergartenzeit kenne). Da wird so getan, als wenn es kein Problem wäre, elles so zu belassen wie es ist, es wird “verhandelt”, als wenn die Alternative zu einem vernünftigen Ergebnis nicht etwa ganz massive wirtschaftliche Verwerfungen wären, verglichen mit denen ein paar Milliarden Verlust heute absolute Peanuts sind.
Aber fassen wir uns doch mal selbst an die Nase: es gibt ja nicht nur die großen politischen Führungskräfte, die etwas unternehmen müssten, wir selbst könnten so viel tun – wenn wir nur wollten. Aber in Anbetracht der wachsenden Zahl spritschluckender Monster a la Porsche Cayenne, Audi Q8, BMW X5 und wie die viel zu großen und für die Stadt völlig ungeeigneten Potenzverlängerungen alle heißen, scheint der so genannte kleine Mann auch nicht das geringste Interesse an seiner Umwelt und besonders an der Zukunft seiner Kinder zu haben.
Und so wird sich das Problem langfristig wohl auf Basis der natürlichen Auslese lösen: Der Mensch wird sich seinen Lebensraum weiter so weit zerstören, bis die übergroße Mehrheit seiner Art auf diesem Planeten eben nicht mehr überleben kann – es wird Todeszahlen geben, verglichen mit denen die paar Millionen Verhungerten in Afrika einfach nur lächerlich sind. Der Lebensraum, in dem der Mensch nicht mehr überleben kann, wird dann von anderen Arten besetzt werden, die dann vermutlich auch diesen Homo Sapiens in Schach halten. Das dieser Restbestand an Menschen sicher keine zivilisierte und techniserte Gesellschaft mehr ist, dürfte sich von selbst verstehen. Wirklich bedauerlich finde ich das nur für die vielen anderen Arten und Lebewesen, die wir mit uns zusammen über die Klinge springen lassen. Die können nichts dafür, wir hätten – eigentlich – genug Intelligenz besessen.
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