Schweinegrippemarketing
Manchmal muss man ein wenig zurückblicken um zu verstehen, was aktuell vor sich geht: Letztes Jahr hatten wir die Vogelgrippe, die Pressemeldungen haben sich überschlagen, es war alles ganz dramatisch, Seuchen epischen Ausmaßes wurden vorhergesagt und am Ende sah der Höhepunkt dieser Pandemie in der BRD so aus, dass wir in etwa 5 tote Gänse hatten.
Viel Lärm um nichts? Nein, man konnte aus dieser Beinahekatastrophe doch einiges lernen. Zum Beispiel dass sich ein Virus nur dann ordentlich vermarkten lässt, wenn es auch tatsächlich auf den Menschen überspringt und zwischen Menschen übertragen werden kann. Dann sind wesentlich kernigere Pressemeldungen möglich. Dann kann regelmäßig berichtet werden, wie viele Neuansteckungen es wieder gegeben hat, wie viele Tote es schon gegeben hat und natürlich, wie viele von diesen Toten keine Vorerkrankung hatten.
Nur so lässt sich eine Hysterie lostreten, in der Lehrer schon mal Schüler nach Hause schicken, obwohl diese ein ärztliches Attest mitbringen, wonach sie nur einen ganz simplen Schnupfen haben und keine Schweinegrippe. Und nur so lassen sich Millionen Impfdosen unter das panische Volk bringen. Und nur so ist ein richtig dickes Zusatzgeschäft möglich.
Man sollte bei dieser Strategie aber eins dringend vermeiden: Die täglich gemeldeten Fallzahlen der Schweinegrippe mit den seit Jahren üblichen Zahlen der ganz normalen Influenza vergleichen.
Die mexikanische Zeitung “La Jornada” hat es dennoch getan.
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