Strompreiserhöhungen
Manche Meldungen wiederholen sich so regelmäßig, dass man denken könnte, irgend ein Computer generiert die automatisch und spuckt diese dann ohne menschliches Zutun in den Nachrichtenstrom. So ist es auch mit den Meldungen, die in schöner Regelmäßigkeit von den vier Stromkonzernen kommen, die sich den deutschen Markt untereinander aufteilen, ohne sich dabei in die Quere zu kommen oder gar gegenseitig Konkurrenz zu machen.
So ist mal wieder zu hören, dass die Strompreise erhöht werden sollen. So weit so ärgerlich aber nichts wirklich neues.
Den Vogel schießt dann allerdings unser Wirtschaftsministerle Brüderle ab: von ihm kommt der unglaubliche Tipp, dass die Verbraucher jetzt den Anbieter wechseln sollen. Lieber Herr Brüderle, welchen Sinn hat das, zu irgend einem anderen Zwischenhändler zu gehen, der doch nur von einem der vier oben erwähnten Erzeuger kaufen muss?
Oder anders gefragt: Lieber Herr Brüderle, haben Sie eigentlich schon mal Ihren Computer genommen (haben Sie sowas überhaupt?), sind ins Internet gegangen (wissen Sie überhaupt, wie man das macht?) und haben dann bei Wikipedia (wissen Sie überhaupt, was das ist?) einmal den Begriff “Monopol” nachgeschlagen?
Oder geht es bei Ihrem Tipp einfach nur wieder darum, nach außen hin Aktionismus zu zeigen, der nach innen hin nichts wirklich verändert, damit die Stromkonzerne ungehindert weitermachen können? Obwohl…gerade der letzte Gedanke ist für ein FDP-Ministerle nun wirklich extrem abwegig…
Oktoberfest-Debakel
Nun, die diesjährige Wies’n ist auch wieder vorbei und alle sind glücklich: die Anwohner freuen sich, dass endlich Schluss mit dem Lärm ist, die Leute, die in der Nähe wohnen und früh zur Arbeit gehen freuen sich, dass sie wieder nur noch auf Hundehäufchen aufpassen müssen und die Neuseeländer freuen sich, dass der Kater endlich nachlässt.
Alles könnte so schön sein, wenn es da nicht auch noch ein paar echte Schattenseiten gäbe. Diese Wies’n hinterlässt leider auch unglückliche Menschen, echte Verlierer. Ihnen soll dieser Beitrag gewidmet sein, da sich sonst keiner dieser Misstände anzunehmen scheint.
Von wem ich rede? Von den Festwirten. Monatelang haben sie Ihre Zelte aufbauen (lassen), haben Unsummen investiert (und mussten das komplette erste Oktoberfestwochenende alleine für diese Unkosten arbeiten lassen!) um am Sonntag festzustellen: es hat nicht gereicht! Gut, es gab wieder Gewinne, aber nichts desto trotz täuschen diese Millionen (für jeden der Festwirte) nicht darüber hinweg, dass es dieses Jahr eben nicht wieder ein Rekord-Oktoberfest gab. Und noch viel schlimmer: noch bevor sie wussten, dass es ihnen dieses Jahr so schlecht gehen würde, haben sie sich noch zu Beginn des Oktoberfestes in nennenswerte Unkosten gestürzt: eine gemeinsame Spende aller Festwirte in Höhe von 30000 Euro für gemeinnützige Zwecke.
Oder fassen wir diesen Aufreger doch mal zusammen: SCHÄMEN würde ich mich, SCHÄMEN! Schämen und nicht etwa einen riesigen Scheck mit “30000 EUR” drucken lassen um den großkotzig in die Kameras zu halten, wenn ich nebehner auf 16 Tage ‘zig Millionen verdiene! Da Lobe ich mir doch Lieschen Müller von nebenan, die von ihren 1200 Euro im Monat auch noch 50 Euro spendet. DAS ist echter Einsatz, alles andere ist einfach nur peinlich.
PS: Ein wenig erinnert mich das an die letzte Jose-Carreras-Gala. Da lief unten dieses lustige Laufband mit den aktuell getätigten Spenden durch. Zwei besondere Highlights: Google (ja, der milliardenschwere Internetkonzern!) spendet eine “enorme” dreistellige Summe während Halloren-Kugeln (ein kleiner Süßwarenhersteller aus dem armen deutschen Osten) satte 25000 Euro für krebskranke Kinder springen lässt. ( v2wg78t46p )
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